Story-Board

Der Blog von Smart Skript



Ausgewählte interdisziplinäre Geschichten, Hinweise und Tipps rund um nachhaltiges Handeln - global und lokal:



Neue Typologie im Bestand

Ulmer Bauwerk zum Kanzlei-Campus umgestaltet

Für die international tätige Kanzlei Schneider Geiwitz entwarf Nething Architekten im Ulmer Gleisdreieck von Donau und Bahnlinien, am ehemaligen Standort der Hochschule für Kommunikation und Gestaltung, einen Bürositz mit 10.500 m² Nutzfläche. Er übersetzt gewachsene Bausubstanz in eine zeitgemäße Architektursprache und in eine neue Nutzerkultur. Ausgehend von der markanten Positionierung der Hochschule ergänzten die Architekten auf der brachliegenden Nachbarfläche einen turmartigen Neubau. Das so entstandene Ensemble interagiert mit der Stadt und verankert sich damit neu in der urbanen Topografie Ulms.

Das Gebäude der Hochschule lag eingebettet im Gelände und offene Treppen verbanden es mit dem angrenzenden Radweg zu einem halböffentlichen Campus. Die Herausforderung für Nething bestand darin, die Anforderungen einer modernen Kanzlei an Diskretion, Repräsentation und Effizienz zu erfüllen und zugleich den offenen Charakter des Orts zu bewahren. Mit dem Entwurf für den Neubau wollten die Architekten den Bestand nicht imitieren oder überformen, sondern ihm bewusst einen Gegenpart zur Seite zu stellen – ein versetzt angeordnetes, sechsgeschossiges Bauwerk, das die horizontale Geste des Bestands mit vertikaler Präsenz beantwortet. Technisch setzt die Liegenschaft auf ein kombiniertes System aus Erdsonden, Wärmepumpen und Photovoltaik. Bis zu 60 Meter tief reichen die Sonden. Im Winter liefern sie Wärme, im Sommer kühlen sie. Photovoltaikanlagen auf allen Dachflächen decken sowohl den Eigenbedarf, als auch den Strombedarf der Ladesäulen für Elektromobilität. Ergänzend dazu bleibt der Fernwärmeanschluss als „Bypass“ erhalten, um langfristige Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Insgesamt entsteht eine nahezu CO2-neutrale Energieversorgung.

Der Campus ist auch in anderer Hinsicht ein Modellprojekt: Beim Setzen der Bohrpfähle stieß man auf einen unterirdischen Horchtunnel aus dem 17. Jahrhundert – einen sogenannten Gegenminenstollen. Er war Teil der frühneuzeitlichen Verteidigungsanlagen von Ulm, in denen Soldaten die Bewegungen feindlicher Belagerer akustisch aufspüren konnten, um unterirdische Grabungen rechtzeitig zu erkennen und im Ernstfall mit Sprengladungen zu kontern. Der Fund des Horchtunnels führte zunächst zu Baustopp und Neuplanung. Letztlich liess er sich mit einem kleinen Ausstellungsraum in den Campus integrieren. Über den Notausgang ist er zugänglich und kann auch besichtigt werden. So verbindet der Campus Schneider Geiwitz letztlich drei Zeitschichten: die Gegenwart, die Transformation eines Hochschulbaus aus den 2.000-er Jahren und die Stadtgeschichte des 17. Jahrhunderts.

Nähere Informationen





"Sustainable Architecture & Design 2025/2026"

Ein Nachhaltigkeits-Jahrbuch zu Innovationen und Trends der Transformation

Die Publikation zeigt rund 60 internationale Projekte. Im Fokus der zukunftsweisenden, baukulturellen Lösungen stehen dabei die relevanten Themenfelder der Transformation, unter anderem Ressourceneinsatz, zirkuläre Prozesse, Biodiversität. Die Herausgeberinnen - Andrea Herold und Tina Kammer - betrachten die aktuellen Entwicklungen in der Baubranche ganzheitlich und machen Lust auf Neues. Mit dem Studio "InteriorPark." treiben sie seit 2010 selbst nachhaltige Entwicklungen voran. Das Jahrbuch "Sustainable Architecture & Design 2025/2026" (ISBN 978-3-89986-436-6) erschien im Oktober 2025 bei der "av edition GmbH". Der Fachverlag für Architektur und Design wurde 1992 gegründet und ist auf interdisziplinäre Gestaltungsbereiche, wie Innen- und Ausstellungsarchitektur, Szenografie, Produkt- und Kommunikationsdesign, spezialisiert.

Nähere Infos hier





"EIS GEGEN HEISS"

Wie wir uns an die Folgen des Klimawandels anpassen müssen

Die Folgen des Klimawandels haben nicht nur Auswirkungen auf individueller Ebene, sondern betreffen uns als Gesellschaft insgesamt. Um unsere Lebensqualität zu erhalten und unseren Wohlstand langfristig zu sichern, ist deshalb eines unumgänglich: Wir müssen uns an die Veränderungen durch die globale Erwärmung anpassen – und zwar schon heute, insbesondere in unserem eigenen Umfeld. Dafür gibt es vielfältige Möglichkeiten. Das Buch "Eis gegen heiß" bündelt das wichtigste Wissen rund um die Anpassung an den Klimawandel – klar strukturiert, wissenschaftlich fundiert, leicht verständlich und mit zahlreichen Illustrationen. Es richtet sich an alle, die wissen möchten, was sie selbst im Alltag – von der Nutzung moderner Warnsysteme über das richtige Verhalten bei Extremwetterereignissen bis hin zu baulichen Schutzmaßnahmen und der Stärkung unserer psychischen Widerstandskraft.

Weitere Infos





"POSITIONEN“

Die Mittwochabend-Vorträge am Fachbereich Architektur der Technischen Universität Darmstadt im Wintersemester 2025/26

Die Vorträge präsentieren erneut ein vielfältiges Programm mit internationalen Gästen sowie einer Antritts- und einer Abschiedsvorlesung.

Den Auftakt am 5. November gestalten Jakob Dürr und Sven Aretz vom Kölner Büro "Aretz Dürr Architektur" mit ausgewählten, interdisziplinären Geschichten, Hinweisen und Tipps rund um nachhaltiges Handeln - global und lokal: Unter dem Titel „Wie viel wovon?“ geben sie Einblicke in ihre konstruktiv orientierte Praxis, die Forschung, Lehre und Baukultur miteinander verknüpft.

Am 12. November spricht Ricardo Bak Gordon von "Bak Gordon Architects", Lissabon, über seine international ausgezeichneten Projekte, die von öffentlichen Bauten bis zu Ausstellungen reichen und Portugal in den globalen architektonischen Diskurs einbetten.

Juliane Greb eröffnet am 19. November Einblicke in ihr "Büro Juliane Greb", Gent/Köln, mit dem Vortrag „Wechseljahre“. Im Zentrum steht sozial zugängliche Architektur, die neue Formen gemeinschaftlichen und bezahlbaren Wohnens entwickelt.

Am 26. November findet im Rahmen der 28. Sichten-Ausstellung des Fachbereichs Architektur eine „Pecha Kucha-Night“ mit Kurzvorträgen junger Architekturbüros statt.

Die Antrittsvorlesung von Professorin Sandra Meireis am 3. Dezember widmet sich unter dem Titel „Architektonische Form und neue Lebenswelt“ der Schnittstelle von Architekturtheorie, Kultur und digitalen Praktiken.

Am 10. Dezember rückt Omar Degan von der "DO Architecture Group" im Rahmen des Tags der Forschung des Fachbereichs afrikanische Architektur in den Fokus. Er beleuchtet urbane Resilienz, kulturelle Identität und die globalen Potenziale einer afrikazentrierten Architektur.

Das Wintersemester endet mit der Abschiedsvorlesung von Professorin Dr. Franziska Lang am 14. Januar 2026. Unter dem Titel „Anverwandlungen“ reflektiert sie ihre langjährige Forschung und Lehre in der Klassischen Archäologie und den Schnittstellen zu Architektur und Städtebau.

Seit mehr als 50 Jahren geben in jedem Semester renommierte Persönlichkeiten aus Architektur, Kunst und Kultur Einblicke in ihr Schaffen. Konzeption und Organisation der Mittwochabend-Vorträge am Fachbereich Architektur der Technischen Universität Darmstadt liegen seit 2006 bei Professor Wolfgang Lorch (Entwerfen und Baugestaltung) und seinem Team. Die Reihe folgt dem Anspruch, aktuelle, über den engeren fachlichen Kontext der Architektur hinausgehende Positionen vorzustellen, die die generalistische Ausrichtung des Fachbereichs widerspiegeln. Die Teilnahme an den Präsenzveranstaltungen ist öffentlich, kostenfrei und wird von der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen anerkannt.

Nähere Infos hier





AidEx-Kongress 2025

Zwei Podiumsdiskussionen zum "Aufbau resilienter Gesundheitssysteme durch innovative Finanzierung und Partnerschaften"

In Genf findet auf dem Gelände der Palexpo vom 22. bis 23. Oktober die AidEx 2025 statt. Sie ist die weltweit führende Veranstaltung für humanitäre Hilfe und Katastrophenhilfe. Hier nehmen mehr als 3.000 Fachleute aus dem gesamten Hilfs- und Entwicklungssektor - darunter Führungskräfte von UN-Organisationen, NGOs, Regierungen und privaten Unternehmen - an Konferenzen, Workshops, Schulungen teil und können eine umfangreiche Ausstellung besuchen. Die Teilnehmer erhalten so Informationen über Fortschritte, innovative Lösungen und Technologien, können ihre Netzwerke erweitern und die Zukunft der globalen humanitären Hilfe aktiv mitgestalten. Für die beiden Podiumsdiskussionen am 22. Oktober zum Thema "Aufbau resilienter Gesundheitssysteme durch innovative Finanzierung und Partnerschaften" hat sich die Aidex hat mit dem Geneva Health Forum zusammengetan. Die Anmeldung für die Veranstaltung ist kostenlos und obligatorisch:

Weitere Infos und Anmeldung